Die Tragfähigkeit der Banken

Überbordende Komplexität als Krisentreiber. Ein Referat von Peter Altmiks im Hayek-Club Berlin über das Zusammenspiel von Regulierung und Krise.

Der Ökonom Dr. Peter Altmiks, Referent am Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, referierte am vergangenen Dienstag im Club-Büro der Hayek-Stiftung über die Merkmale und Folgen der Bankenregulierung in der Finanzkris

Zu Beginn riss Altmiks die Geschichte der so genannten Basel-Abkommen ab. dabei handelt es sich ursprünglich um Übereinkünfte internationaler Zentralbank-Arbeitsgruppen aus Industriestaaten. Im Zuge der Abkommen Basel I bis Basel III seien sukzessive die Eigenkapital-Anforderungen an Geschäftsbanken erhöht worden. Hierbei werden Schlüssel angewandt, die auflisten in welcher Menge welche Kapitalarten vorzuhalten um die Risiken von Posten in den Büchern abzudecken. Inzwischen ist Basel II Standard für über 100 Länder weltweit.

Regulierung als Fehlerquelle

Wesentlich für die neueren Banken-Regeln sei, dass sie in der EU inzwischen 60.000 Seiten umfassten, deren Einhaltung und Überwachung schwer zu bewerkstelligen sei. Auch die grundlegend unterschiedlichen Buchhaltungsstandards in Europa und den USA erschwere die Situation.

Den neuen Regulierungen traut Altmiks nicht zu, die Probleme zu beheben. Staatsanleihen würden immer noch blauäugig bewertet und die Komplexität des Regelwerks führe zu Verwirrung statt Klarheit.

Ein wesentlicher Punkt im Referat waren auch die Rating-Agenturen. Indem die Ratings vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden, statt von Anlegern nachgefragt, schaffe dies einen Anreiz für unzulässige Nähe zwischen Rating-Agenturen und Banken. Auch die hohen Markteintrittshürden für neue, realistischer prognostizierende Rating-Agenturen seien schädlich für die Stabilität des Finanzsystems.

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